Presseaussendung: Europa mit maschineller Übersetzung über Sprachbarrieren hinweg verbinden

28.08.2018

Der zweite ELRC-Workshop in Österreich zur Weiterentwicklung des maschinellen Übersetzungssystems der Europäischen Kommission findet am 25. September in Wien statt.

Europa mit maschineller Übersetzung über Sprachbarrieren hinweg verbinden:
Österreichs Einbettung in digitale Dienste in Europa

Der zweite European Language Resource Coordination (ELRC) Workshop in Österreich

Sala Terrena, Landesverteidigungsakademie Wien


Stiftgasse 2a, 1070 Wien

25. September 2018

Organisation:

Europäische Kommission, Generaldirektion Übersetzung, Außenstelle Wien

Das Konsortium der European Language Resource Coordination (ELRC)

Zentrum für Translationswissenschaft der Universität Wien und Sprachinstitut des Bundesheeres

 

Im Jahr 2014 rief die Europäische Kommission die Connecting Europe Facility (CEF) ins Leben, um transeuropäische Netzwerke und Infrastrukturen in den Bereichen Transport, Telekommunikation und Energie dabei zu unterstützen, einen digitalen Binnenmarkt in den 28 EU-Mitgliedsstaaten sowie Island und Norwegen zu schaffen. Eines der Hauptziele von CEF ist es, den grenzüberschreitenden Austausch zwischen öffentlichen Verwaltungen, Unternehmen und Bürgern zu erleichtern. Zu diesem Zweck werden mehrere Infrastrukturen für digitale Dienste (DSIs) zur Verfügung gestellt und unterstützt. Diese DSIs sind wiederverwendbare digitale Basisdienste, die wesentlich zur Realisierung eines vernetzen Europas, unter anderem in den Bereichen Verbraucherrechte, Gesundheit, öffentliches Beschaffungswesen und soziale Sicherheit, beitragen.

Der CEF-Dienst eTranslation, ein maschinelles Übersetzungssystem, zielt auf die Bewältigung einer der größten Herausforderungen, vor denen europäische und nationale öffentliche Verwaltungen heute stehen, ab: dem Informationsaustausch über Sprachbarrieren hinweg. Allerdings ist CEF eTranslation in Österreich noch relativ unbekannt. Die European Language Resource Coordination (ELRC) dient dem Ausfindigmachen und der Sammlung von für nationale öffentliche Verwaltungen und Dienste relevante Sprachressourcen. Diese werden benötigt, um eTranslation, das maschinelle Übersetzungssystem der Europäischen Kommission, besser an die Bedürfnisse der nationalen Verwaltungseinrichtungen anpassen zu können und eine mehrsprachige Kommunikation zwischen den öffentlichen Diensten innerhalb Europas zu ermöglichen. Davon soll die öffentliche Verwaltung, Unternehmen und BürgerInnen gleichermaßen profitieren. "Die Einsatzmöglichkeiten von eTranslation in Österreich sind vielfältig: Sei es eHealth, eJustice oder eProcurement. Sprache ist eine leider unterschätzte aber wichtige Querschnittsmaterie im öffentlichen Dienst und Sprachdaten sind eine wertvolle Ressource", sagt Jürgen Kotzian, ELRC National Anchor Point für den öffentlichen Dienst in Österreich.

Seit 2015 hat Österreich eine Vertretung in der European Language Resource Coordination und unterstützt deren Visionen und Ziele. Einige Einrichtungen der öffentlichen Verwaltung Österreichs (z.B. das Innenministerium, das Sprachinstitut des Bundesheeres und die Stadt Wien), haben bereits ein- und mehrsprachige Sprachdaten zur Verfügung gestellt, die von der Europäischen Kommission für das Training des eTranslation-Systems für die deutsche Sprache in Österreich verwendet werden. Darüber hinaus gibt es noch weitere Möglichkeiten, um die Position Österreichs und der deutschen Sprache im europäischen mehrsprachigen digitalen Binnenmarkt zu stärken. 

Daher ist ELRC, zwei Jahre nach der ersten Reihe erfolgreicher Workshops in 30 europäischen Ländern, nun im Auftrag der Europäischen Kommission zurück in Österreich. Der zweite Workshop wird am 25. September 2018 in Wien, in der Sala Terrena, Landesverteidigungsakademie, Stiftgasse 2a, 1070 Wien, stattfinden.


Im Rahmen des ELRC-Workshops möchten wir einerseits die Bedeutung Österreichs für die Entwicklung eines digital vernetzten, mehrsprachigen Europas thematisieren und andererseits auch die damit verbundenen Zukunftsmöglichkeiten für unser Land diskutieren. Darüber hinaus sollen relevante nationale Strategien und Maßnahmen im Hinblick auf eGovernment, Mehrsprachigkeit und Open Data aufgezeigt werden, die Österreich dabei unterstützen können, die Erfolge der Initiativen der Europäischen Kommission zu maximieren. Im konstruktiven Dialog mit engagierten ExpertInnen der Europäischen Kommission, obersten VertreterInnen der österreichischen öffentlichen Verwaltung und Regierung sowie VertreterInnen von Sprachtechnologien und Sprachdienstleistungen werden Erfahrungen ausgetauscht und die notwendigen Erfordernisse für eine moderne, mehrsprachige öffentliche Verwaltung diskutiert. Anschließend werden Quellen mehrsprachiger Sprachressourcen ausfindig gemacht. Diese dienen der Anpassung von CEF eTranslation an die Anforderungen der österreichischen öffentlichen Dienste. Außerdem gilt es auf technische und rechtliche Fragen in Bezug auf die Verwendung von Daten für die automatisierte Übersetzung einzugehen.

Der Workshop richtet sich an AnbieterInnen öffentlicher digitaler Dienste, Führungskräfte, Mitarbeiter und Partner in der öffentlichen Verwaltung, ÜbersetzerInnen und Personen, die für die Verwaltung von mehrsprachigen Dokumenten und Daten verantwortlich sind. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist jedoch erforderlich: www.lr-coordination.eu/de/l2austria

Weitere Informationen:

Barbara Heinisch, E-Mail: barbara.heinisch@univie.ac.at

ELRC

http://www.lr-coordination.eu/de

ELRC-Workshop in Österreich

http://www.lr-coordination.eu/de/l2austria

Anmeldung

http://www.lr-coordination.eu/de/l2austria_registration