Übersetzungstechnologien

© Maria Katzlinger

Christian Lang

  • Technical Consultant bei Kaleidoscope GmbH
  • Abschlussjahr (MA) am ZTW: 2020

Wie bist Du zu dem Job gekommen?      

Wahrscheinlich hat meine Masterarbeit maßgeblich dazu beigetragen, dass ich in diese technische Sparte der Sprachindustrie gekommen bin. Ich habe mich intensiv mit Neuronaler Maschineller Übersetzung auseinandergesetzt, wurde von meinem Betreuer, Herr Prof. Werner Winiwarter, an Ass. Prof. Dagmar Gromann weiterempfohlen, um als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Text2TCS-Projekt für das ELG (European Language Grid) mitzuwirken und wurde dort von der Firme Kaleidoscope "entdeckt".

 
Welche beruflichen Stationen hast Du vorher schon durchlaufen?

Arbeit im Tourismus (Swarovski Kristallwelten, Führungen in Fremdsprachen an der Staatsoper Wien);

Freiberuflicher Übersetzer/Dolmetscher (Patentübersetzungen für das EPA, Auftragsarbeit);

Wissenschaftlicher Mitarbeiter am ZTW für das Text2TCS ELG-Projekt

 
Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Dir aus?         

Die Arbeitswoche ist sehr unterschiedlich, aber meist gibt es viel zu tun! In meiner Position bin ich das Bindeglied zwischen Entwicklung/Software und den Kund*innen sowie unserer Tochterfirma "Eurocom", einem Übersetzungsdienstleister.

In der Regel gibt es viele Meetings (manchmal mehr als fünf am Tag) mit verschiedenen Kund*innen, aber ich kann es mir selbst einteilen und auch durchaus mal meetingfreie Tage einrichten. In den Meetings geht es meistens um Terminologie, denn Kaleidoscope stellt die Software "Kalcium Quickterm" her, die von vielen Unternehmen als Terminologieverwaltungstool (und mehr) verwendet wird. Das Tool kann sehr viel und ist demnach auch relativ komplex, deshalb braucht man sowohl Know-How zur Praxis in der Sprachindustrie, der Terminologiewissenschaft als auch gute IT-Kenntnisse.

Zu meinen Aufgaben gehören:

  • Das Leiten von Workshops zu Terminologie, Schulungen zu Kalcium und Vorträgen zu neuen Entwicklungen in der Sprachindustrie (Remote als auch vor Ort bei den Kund:innen)
  • Datenmigrationen für Kund*innen anhand von Python und XML- sowie SQL-Verarbeitung
  • Forschung, Entwicklung und Testen von und zu neuen Sprachtechnologien wie NMT oder Generative KI
  • Besuch von Konferenzen, die für die Sprachindustrie und -forschung interessant sind
  • Gelegentliche Serverwartung unserer Cloud-Lösungen (weil ich ein Nerd bin und mir sowas Spaß macht ;))
  • Noch gelegentlichere Überprüfung von Übersetzungen unserer Software im Japanischen

Angestellt bin ich für 38,5 Stunden, aber es werden, wenn ich ehrlich bin, meistens mehr. Das liegt zum einen an der teilweise hohen Komplexität der Aufgaben (was ich sehr spannend finde), andererseits auch an der hohen Arbeitslast, die aufgrund unseres relativ kleinen Teams, aber der hohen Kundenfrequenz zustande kommt. Dank Home-Office kann ich an drei von fünf Tagen in der Woche zuhause arbeiten, was zumindest für mich ein guter Ausgleich ist und was ich seit meiner Selbstständigkeit als Übersetzer nicht mehr missen möchte. :)

 
Tipps für den Berufseinstieg

Schreibe deine Masterarbeit zu einem Thema, das dich wirklich interessiert und verfolge dieses Interesse nachher weiterhin! In meinem Fall kann ich mit Bestimmtheit sagen, dass das Wissen, das ich mir beim Schreiben der Masterarbeit angeeignet habe, als auch die Kontakte, die ich dadurch knüpfen konnte, mir viele Türen geöffnet haben.

 

Weitere Infos:

Kaleidoscope

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Interview: September 2023