Erfahrungsberichte

Die Studierenden und MitarbeiterInnen des Zentrums für Translationswissenschaft berichten über ihre Erfahrungen, die sie im Zuge von Studienreisen, der Teilnahme an Konferenzen oder im Studium gesammelt haben.

Unterwegs mit der mobilen ZTW-Flüsteranlage

Virtual Visit der Generaldirektion Dolmetschen der EU-Kommission am ZTW

Am 25. April 2017 fand am ZTW wieder eine Virtual Class mit der GD SCIC der EU-Kommission statt. Diesmal fand im Rahmen der pädagogischen Unterstützung des Dolmetschdienstes ein sogenannter Virtual Visit statt. Über eine Videokonferenzschaltung nahm eine SCIC-Beamtin der deutschen Kabine einen Vormittag lang an der Block-Lehrveranstaltung Basiskompetenz Translation B - Dolmetschen unter der Leitung von Karin Reithofer-Winter teil.

Einerseits bekamen die Studierenden Feedback aus Brüssel zu ihren Leistungen in dieser sprachübergreifenden Einführungslehrveranstaltung, andererseits hatten sie auch die Möglichkeit, Fragen zur Arbeit bei der EU zu stellen. Die Studierenden nutzten diese Chance und erhielten wertvolle Einblicke in die Anforderungen an EU-DolmetscherInnen.

Studienreise zur Europäischen Kommission - ZTW@EC 2017

Die ZTW-Gruppe im Rat

Im neuen Europa-Gebäude des Rates

Eine Handvoll ausgewählter Master-Studierender hatte im Jänner 2017 die Chance, die Generaldirektion Dolmetschen der Europäischen Kommission in Brüssel zu besuchen. Während des dreitägigen Studienaufenthaltes durchliefen wir ein dichtes Programm:

Bei der Ankunft in der GD Dolmetschen wurden wir herzlich begrüßt und alle mit einem persönlichen Namensschild ausgestattet, wie sie auch die Mitglieder der Arbeitsgruppen der EC bekommen. Nach einem kurzen Kennenlernen ging es dann auch schon los und wir wurden mit Informationen regelrecht überhäuft – angefangen bei der Vorstellung der beiden GDs Dolmetschen (SCIC und INTE) über ausführliche Informationen zum Akkreditierungstest für DolmetscherInnen bis hin zu einer Videokonferenz mit einer Dolmetscherin des EuGHs und der Vorbereitung auf das Dolmetschen in der stummen Kabine am folgenden Tag. In den Kaffeepausen tauschten wir uns mit der zweiten Gruppe, Studierende aus Leipzig, über unser Studium aus und beim Mittagessen konnten wir mit weiteren Dolmetscherinnen der deutschen Kabine plaudern. Trotz ihrer prestigereichen Arbeit waren alle Dolmetscherinnen sehr zugänglich und aufgeschlossen, erzählten von ihrem Arbeitsalltag und beantworteten geduldig all unsere Fragen zum Akkreditierungstest.

Am folgenden Tag ging es ans Eingemachte – wir durften eine Ministerratssitzung zum Thema Verkehrssicherheit dolmetschen. Ohne eingeschaltetes Mikrofon, versteht sich, doch unserer Nervosität tat das trotzdem keinen Abbruch. Die Sitzung fand im nagelneuen Europa-Gebäude statt, dessen Fassade aus über 3.000 recycelten Fenstern aus ganz Europa besteht. Aber auch innen glänzt es, denn in den Dolmetschkabinen mit jeweils 4 Plätzen gibt es selbstverständlich die neuesten Konsolen sowie zwei Bildschirme, um das Geschehen besser verfolgen zu können, und selbst die Temperatur kann individuell geregelt werden. Wenn das kein Anreiz ist …

Wir verbrachten den ganzen Tag vor den Mikros, dolmetschten ins Deutsche, aus dem Deutschen und aus dem Relais bis uns die Köpfe rauchten. Dolmetscherinnen aus der deutschen Kabine setzten sich immer wieder zu uns und gaben uns konstruktives Feedback zu unseren Dolmetschungen, natürlich mit Augenmerk auf die Hürde, die uns am nächsten Tag bevorstand.

Die wenigen freien Abendstunden nutzten wir selbstverständlich zu obligatorischem Sightseeing und der Jagd nach den besten Waffeln der Stadt.

Gut gestärkt nahmen wir am dritten Tag den Mock Test, einen Probe-Akkreditierungstest, in Angriff. Wir konnten in gestellten Konsekutiv- und Simultanprüfungssituationen unser Dolmetschkönnen unter Beweis stellen und beeindruckten die anwesenden PrüferInnen durchaus mit unseren Leistungen.

Alles in allem war diese Reise natürlich eine tolle Gelegenheit, uns untereinander besser kennenzulernen, aber vor allem hat sie uns gezeigt, dass wir gar nicht so große Angst vor der Arbeit für die EU bzw. dem Akkreditierungstest haben müssen, denn am Ende des Tages sind auch die DolmetscherInnen und PrüferInnen nur Menschen. Also, traut euch!

 

Begleitung: Bettina Coll

Organisation: Karin Reithofer-Winter

Autorin: Martina Tampir


Virtual Class mit der Generaldirektion Dolmetschen der EU-Kommission am ZTW

Am 19. Jänner 2017 fand am Zentrum für Translationswissenschaft die erste Virtual Class mit der GD SCIC der EU-Kommission statt. Im Rahmen der pädagogischen Unterstützung des Dolmetschdienstes wurde über eine Videokonferenzschaltung ein Akkreditierungstest für freiberufliche DolmetscherInnen bei der EU nachgestellt. Mit insgesamt sechs KollegInnen als Jury und RednerInnen der GD SCIC wurde ein Test simuliert, bei dem Studentinnen des ZTW als Kandidatinnen antraten. 

Insgesamt vier Teilprüfungen KONS (2x EN>DE, 2x FR>DE) wurden nachgestellt. Das Interessanteste und Lehrreichste war wohl, dass jeder Leistung eine sehr ausführliche Diskussion der SCIC-KollegInnen über die Beurteilung folgte, die normalerweise unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet, aber von uns live verfolgt werden konnte.

Die Studierenden und Lehrenden (Fatima Awwad, Gregorz Gugulski, Cinzia Hirschvogl, Organisation: Karin Reithofer-Winter) bekamen so einen einzigartigen Einblick in die Bewertungskriterien beim Aufnahmetest beim SCIC.

Im Sommersemester wird es wieder eine Virtual Class geben.


Eindrücke von ZTW-Studierenden vom Translating Europe Forum 2016 in Brüssel

Vom 26. bis 28. Oktober veranstaltete die Europäische Kommission in Brüssel bereits zum dritten Mal das Translating Europe Forum zum Thema Übersetzung und Technologie. Unter 600 TeilnehmerInnen befanden sich nicht nur VertreterInnen der EU- und nationalen Organisationen, Universitätslehrende und Studierende des Faches, sondern auch ÜbersetzerInnen aus ganz Europa sowie Unternehmen aus der IT-Branche. Auch der Lehrstuhl des ZTWs war hoch vertreten durch Prof. Dr. Alexandra Krause, ZTW-Repräsentantin des European Master Translation sowie durch Herrn Prof. Dr. Gerhard Budin, der auch einer der Vortagenden war. Insgesamt gab es 16 Vorträge und Workshops, die von 54 Vortragenden gestalten waren mit dem Ziel, das Bedürfnis nach Zusammenarbeit von Mensch und Maschine hervorzuheben.

Nach einem netten Empfang verteilten sich die TeilnehmerInnen auf drei Konferenzräume, um sich den Vortrag zu dem für sie am spannendsten Thema anzuhören. Es gab stets die Möglichkeit, sich aktiv zu beteiligen, Fragen zu stellen und seine eigene Sicht zu äußern. Zwischen einzelnen Veranstaltungen konnte man sich in Kaffeepausen mit KollegInnen austauschen und neue Kontakte knüpfen. Dies war nicht nur eine gute Gelegenheit, um etwas Neues über unsere Branche zu lernen, sondern auch mehr über die Vorhaben der IT-Unternehmen in Zusammenhang mit der Gestaltung der maschinellen Übersetzung zu erfahren.   

Am Ende des ersten Tages begrüßte der Generaldirektor der DG Translation, Rytis Martikonis, die Studierenden zu einem Treffen, bei dem es besonders darum ging, Erfahrungen mit und Erwartungen an das EMT-Programm zu teilen. In Rahmen einer aktiven Diskussion wurde klar, dass die Einführung eines Pflichtpraktikums ins Curriculum eine große Bedeutung für die zukünftige Berufsausübung hat.

Dieser Abend war für uns beide ein Highlight, da wir uns von den Organisatoren sehr willkommen fühlten, besonders von Herrn Martikonis Einladung, sich für uns Studierende so viel Zeit wie nötig zu nehmen.  

Was wir aus dieser Konferenz mitnehmen, ist die Gewissheit über die ständige Veränderung unseres Berufes, vor allem in Hinsicht auf die Technologien. Somit wurde uns bewusst, dass maschinelle Übersetzung nicht Zukunft, sondern bereits unsere Gegenwart ist. Folglich sollte man sich schon im Studium früh genug in CAT-Tools einarbeiten und gegenüber kommenden Neuerungen aufgeschlossen sein. Somit wäre es zum Beispiel sinnvoll, während des Studiums kostenlose CAT-Tool-Lizenzen für den eigenen Gebrauch zur Verfügung zu stellen, damit Studierende später im Beruf schon mit dem jeweiligen Programm vertraut sind und sich für die weitere Nutzung entscheiden.  

Wir sind froh, als Studierende des ZTW an der Konferenz teilgenommen zu haben und für uns die Aufgeschlossenheit gegenüber maschineller Übersetzung gewonnen zu haben – auch wenn wir davon überzeugt sind, dass ein Mensch nie mit einer Maschine ersetzt werden kann. Daher, liebe ZTW-Studierende, übersetzt brav weiter und habt ein offenes Auge für neue Technologien. 

Autorinnen: Borbála Eke und Sandra Pasarić